Komödie

Der Gott des Gemetzels

Schwarzer Humor und pointierte Dialoge

Erfolgsautorin Yasmina Reza liefert mit „Der Gott des Gemetzels“ eine unterhaltsame, bitterböse Komödie. Mit geschliffenen Dialogen und einem herausragenden Gespür für gutes Timing folgt sie gekonnt der Logik der Eskalation und eröffnet lustvoll den Blick in den Abgrund des Allzumenschlichen.

Die Elternpaare von zwei sich prügelnden 11-Jährigen treffen sich bei Kaffee und Kuchen. Die Eltern des „Opfers“ haben die Eltern des „Täters“ eingeladen, um den Vorfall zu klären – vernünftig, konsensbemüht und politisch korrekt, wie es sich heutzutage in unseren westlichen Gesellschaften gehört. Der Zuschauer wird jedoch Zeuge, wie das klärende Gespräch zur Wohnzimmerschlacht ausartet. Was als friedlicher Austausch über Zivilisation, Gewalt und Verantwortlichkeit beginnt, entwickelt sich zu einem handfesten Streit. Sticheleien werden zu Wortgefechten, dann zu Handgreiflichkeiten und der gemütliche Nachmittag eskaliert. Auf dem Schlachtfeld dieser Szenerie werden Hamster, Patienten, Tulpenvasen und die Würde eines jeden Einzelnen geopfert. Am Ende kämpft hier jeder gegen jeden und es siegt der „Gott des Gemetzels“.

Diesem Verlauf an aberwitzigen Volten und moralischen Demontagen zuzusehen, ist hochgradig komisch und wird dank der rasanten treffsicheren Sprache des Stücks nicht eine Sekunde langweilig.

In der Regie von Bardia Rousta wird das Stück gespielt von dem Profi Ensemble um:

Maike Mielewski („Lila“ in „Delikate Verbrechen“, „Zwischen Lackschuh und Lippenstift“)

Julie Fees („Matilda“ in „Matilda“)

Vanessa Stoll („Zwischen Lackschuh und Lippenstift“)

Christoph Wolff („Robert“ in „Wochenend-Affären“)