Komödie

Der Kontrabaß

Verkehrstechnisch, sexuell und musikalisch behindert

„Können Sie mir sagen, wieso ein Mann Mitte Dreißig, nämlich ich, mit einem Instrument zusammenlebt, das ihn permanent nur behindert?! Menschlich, gesellschaftlich, verkehrstechnisch, sexuell und musikalisch nur behindert?!“

Theaterleiter René Böttcher („Allein in der Sauna“) kreiert das tragisch-komische Bild eines Musikers, der sein einsames Dasein fristet in der kleinen Welt zwischen Konzertsaal und schallisolierten Zimmer, immer hautnah dabei sein Kontrabass. Voller Stolz und Leidenschaft will er begeistern für sein Instrument, für seinen besten Freund, für seinen Quasi-Psychoanalytiker, mit dem er intimer ist, als ihm eigentlich lieb ist. Verstrickt sich dabei in immer mehr Widersprüche und lässt das Publikum mitfühlen und schmunzeln zugleich, wenn er seinem Frust endlich freien Lauf lässt über Dirigenten, Wagner und die Missachtung seiner Arbeit. Denn „Ohne den Kontrabass gäbe es gar kein Orchester!“ Zu eigenem Freud und Leid bleibt er innig verbunden mit seinem „schrecklichen, unhandlichen und uneleganten Instrument“, statt sich sinnlich und lüstern Decke, Kissen und mehr mit der unerreichbaren Mezzosopranistin Sarah zu teilen. Doch was soll er anderes tun? Schwankend zwischen Selbstüberschätzung und Desillusion ist er trotz allem so schön abgesichert als Beamter im Staatsorchester. Ausbrechen könnte er, verändern könnte er... wie jeder Andere?

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Patrick Süskind zeichnet in diesem Bühnenstück kurzweilig und einfühlsam ein humoristisches Porträt eines Außenseiters. Ein Meisterwerk voller Emotionen, Musikalität und Esprit! Süskind hat seinen „Kontrabass“ eine Komödie genannt. Wie bei allen guten Komödien ist es noch ein bisschen mehr: in diesem Fall ein Blick in die Abgründe einer Seele…